Regionalausstellung der Feldjäger in Hilden

  02103 - 28 2010    Elberfelderstr. 200 - 40724 Hilden

Tagebuch S. 54
Tagebuch S. 55
Tagebuch S. 58

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Waldkaserne Geschichte

Das Tagebuch

Die Nachkommen eines ehemaligen Wehrmachtssoldaten und einer Bürohelferin der damaligen Flak-Kaserne verfügen aus deren Nachlass über ein Tagebuch aus den 1940er Jahren. Soldat und Bürohelferin haben sich in der Kaserne kennengelernt, heirateten später und blieben bis zu ihrem Tod vor rund 20 Jahren ein Ehepaar.

Neben der Beschreibung des militärischen Alltags sind in dem Tagebuch abschnittsweise auch Eintragungen in der Kurzschrift „Stenografie“ vorgenommen worden.

Wie die Nahkommen vermuten, hat die Mutter der Schreiberin das Tagebuch seinerzeit heimlich mitgelesen: Die Kurzschrift diente somit als Verschlüsselung vor neugierigen Blicken. Über die Inhalte war jedoch bisher nichts bekannt.

Die Entschlüsselung der Tagebuchseiten hat nach nun über 80 Jahren ein vermeintliches Familiengeheimnis aufgedeckt: Der damalige Soldat hatte offensichtlich vor der Beziehung bereits ein Kind mit einer anderen Frau.

Übersetzung der Steno-Abschnitte
Seite 54

Denn er ist schon dreißig Jahre alt und eben genau so groß wie ich und hat ein Mädel, aber mit der ist nichts Richtiges, wie ich gehört habe. Am Samstag ist, hoffentlich, bei uns ein gemütlicher Abend, davon verspreche ich mir viel. Bestimmt werde ich enttäuscht. Aber ich habe ihn doch so lieb! Bei jedem schönen Musikstück könnte ich heulen. Ich möchte jemanden haben, den ich liebe und der vor allen Dingen mich liebhat, um den ich sorgen darf und so weiter, wer weiß was alles. Wann wird das sein?

Übersetzung der Steno-Abschnitte
Seite 55 Mitte

Hans saß neben mir als artiger Tischherr. Am meisten habe ich mit ihm getanzt. Er tanzt wunderbar!!! Manchmal hat er mich geküsst. Ich war garnicht enttäuscht.

Übersetzung der Steno-Abschnitte
Seite 58

Und das Schlimmste bei Hans ist, dass das Mädchen ein Kind bekommt. Er hat, wie er mir sagte, schon lange mit ihr Schluss, aber das Kind. Er will nun unter allen Umständen einen Ausweg finden, hoffentlich. Ob denn garnichts zu machen ist? Samstag ist R. … und ich ganz allein, zuerst gehen wir ins Kino, dann zu B. mann und da werden wir dann Hans und Roth treffen.