Seelsorge
Ehrenhain Feldjägerregiment 2
Ein Ort würdigen Gedenkens
Der Ehrenhain bietet einen würdigen und zentralen Ort des Gedenkens an alle Soldaten, die seit Gründung der Bundeswehr in den Feldjägereinheiten im Einsatzraum des heutigen Feldjägerregiments 2 ihr Leben verloren.
Wir gedenken dort aller Kameraden, die während der Dienstausübung ums Leben kamen.
Der Ehrenhain bettet sich harmonisch in den vorhanden Altbaumbestand der Waldkaserne ein und schließt sich direkt an den Vorplatz der Kapelle an.
Verlassen die Besucher die Kapelle durch die Außentür, so fällt der Blick direkt auf die 12 Sandstein-Stelen, welche in einer formaldiensttypischen Antreteformation „In Linie zu drei Gliedern“ aufgestellt wurden. Sie sind bewusst schutzlos den Elementen ausgesetzt, genauso, wie es oftmals auch der Dienst dem Soldaten abfordert.
Symbolik der Sandstein-Stelen
Die Ziffer „1“ symbolisiert das Individuum, die Ziffer „2“ die Gemeinschaft. Zusammengesetzt hat die Zahl „12“ eine durchaus symbolische Bedeutung und steht sowohl für eine Verbindung von Gott mit der Welt, aber auch für Vollkommenheit und kosmische Ordnung.
Jeder Stein steht symbolisch für einen toten Soldaten, der jedoch noch immer präsent ist: stark, standhaft, unverwüstlich und über den Tod hinaus fest und unvergesslich in der Mitte unserer militärischen Gemeinschaft verankert. So individuell wie jeder Mensch, so hat auch jeder Stein seine Ecken und Kanten. Dienstgrade, Uniformen, Auszeichnungen, Geschlecht oder religiöse Überzeugungen sind hier nicht relevant. Jeder Stein symbolisiert ein eigenes Schicksal: ein gelebtes Leben im Dienst für die Feldjäger, für unsere Bundeswehr, für unser Land.
Der Ehrenhain als lebendiger Erinnerungsort
Die eigentlich vorgeschriebene, optisch harmonisch sortierte Antreteformation (Aufstellung nach Körpergröße) wurde für den Ehrenhain stellenweise bewusst durchbrochen. Zwar herrscht eine grundsätzliche Ordnung vor, dennoch wirkt die Formation auf den Betrachter „unruhig“. Der Tod lässt sich keinem Format unterwerfen: Er hat seine eigenen Regeln. Dem Besucher ergeben sich – je nach Blickachse – unterschiedliche Perspektiven und somit andere Einblicke in die dargestellte Antreteformation.
Einen weiteren sanften Bruch der Symmetrie bewirkt die mit Rindenmulch ausgelegte Blickachse auf die mittig in der Formation platzierte Steingrotte. Hier bietet sich die Möglichkeit, kurzzeitig selbst ein Teil der Antreteformation zu werden oder eine Kerze zu entzünden. Mittig hinter der Steingrotte ragt eine Metallrose heraus und symbolisiert die Liebe, die über den Tod hinweg weiterbesteht.
Eine Sandsteinschale mit Flusssteinen eröffnet dem Besucher die Gelegenheit, ein greifbares Symbol der Erinnerung auf einer Stele zurückzulassen und damit auszudrücken, dass die Kameraden nicht vergessen sind. Die Formation verändert somit stetig ihr Aussehen und wirkt lebendig und angenommen.
Im Tod sind wir alle gleich
Bei der äußeren Gestaltung des Ehrenhains wurde bewusst auf Namen und Daten Verstorbener verzichtet, um die Gleichheit im Tod zu verdeutlichen. Der gut sichtbare QR-Code soll den Besucher jedoch neugierig machen und bietet ein zeitgemäßes Totengedenken: Die dort abrufbaren Lebensdaten, Namen, Funktionen, Todesumstände und – soweit vorhanden – Bilder der toten Kameraden geben einer anonymen Stele schlussendlich doch ein Gesicht.
Die den Ehrenhain umfassende Kette symbolisiert eine feste Verbindung über den Tod hinaus, sie ist zudem Bindeglied der Kameradschaft.
Der die Gedenkstätte überschirmende ca. 100 Jahre alte Ahorn verkörpert Ruhe, Gelassenheit und Harmonie. Er bietet dem Ehrenhain einen imposanten und würdigen Rahmen.
Lied vom guten Kameraden“ – Trauer, Dankbarkeit, Hoffnung
An den beiden zentralen Stelen der vorderen Linie sind zwei Metallschilder angebracht, die mit der Zeit rosten werden. Auch sie versinnbildlichen die Vergänglichkeit und Veränderung im Leben jedes Soldaten. Das eiserne Kreuz als Symbol für die Bundeswehr unterstreicht den hoheitlichen Auftrag, auf den jeder Soldat mit seinem Eid buchstäblich eingeschworen wird. Der Schriftzusatz „Ich hatt‘ einen Kameraden“ weist auf eine zentrale Symbolik jedes deutschen Soldaten hin: Das traditionelle „Lied vom guten Kameraden“ hat seinen Ursprung 1809 und spielt im Trauerzeremoniell der Bundeswehr eine große Rolle. Das Lied schließt ein irdisches Soldatenleben förmlich ab, wird aber regelmäßig auch beim offiziellen Totengedenken wie dem Volkstrauertag gespielt. Es ist somit der Inbegriff sowohl für Trauer als auch für Dankbarkeit und Hoffnung.
Offenheit: ein konfessionsfreier Raum des Gedenkens
Die der Antreteformation in Opposition platzierte Marmorbank lädt den Besucher mit Blick auf die Formation zum Verweilen ein. Ferner kann der mit der Kette eingefasste Platz auch für die Aufstellung von Kränzen genutzt werden.
Bewusst nicht konfessionell festgelegt oder religiös manifestiert steht der Ehrenhain als Platz der Erinnerung für jeden offen. Er soll allen Menschen die Möglichkeit geben, in stiller Einkehr und auf ihre eigene Weise der Verstorbenen zu gedenken, unabhängig von deren Herkunft, Glauben oder Weltanschauung. Der Ehrenhain ist ein Ort der Erinnerung und des Respekts, der die Werte von Kameradschaft und Mitmenschlichkeit über alle Unterschiede hinweg betont. Hier finden alle Besucher – ob Angehörige, Kameraden oder Interessierte – einen respektvollen Raum, in dem der Verlust eines Menschen auf achtsame und authentische Weise gewürdigt werden kann.
Offenheit: ein konfessionsfreier Raum des Gedenkens
Die der Antreteformation in Opposition platzierte Marmorbank lädt den Besucher mit Blick auf die Formation zum Verweilen ein. Ferner kann der mit der Kette eingefasste Platz auch für die Aufstellung von Kränzen genutzt werden.
Bewusst nicht konfessionell festgelegt oder religiös manifestiert steht der Ehrenhain als Platz der Erinnerung für jeden offen. Er soll allen Menschen die Möglichkeit geben, in stiller Einkehr und auf ihre eigene Weise der Verstorbenen zu gedenken, unabhängig von deren Herkunft, Glauben oder Weltanschauung. Der Ehrenhain ist ein Ort der Erinnerung und des Respekts, der die Werte von Kameradschaft und Mitmenschlichkeit über alle Unterschiede hinweg betont. Hier finden alle Besucher – ob Angehörige, Kameraden oder Interessierte – einen respektvollen Raum, in dem der Verlust eines Menschen auf achtsame und authentische Weise gewürdigt werden kann.
Der “Freundeskreis der Bundeswehr Waldkaserne Hilden e.V.“ hat die Errichtung des Ehrenhains durch großzügige Übernahme sämtlicher Kosten erst ermöglicht.
Einweihung im Rahmen der Eröffnung der Regionalausstellung Feldjägerregiment 2 am 26.02.2026 durch die evangelische und katholische Militärseelsorge.
Idee, Konzeption und Realisierung: Oberstabsfeldwebel Sebastian Mense, S1 Abteilung Feldjägerregiment 2
Mitwirkende: S1 Abteilung Feldjägerregiment 2, Transportgruppe Stabs- und Versorgungskompanie Feldjägerregiment 2
